Geschichte



Seine Geburtsstunde schlug dem steirischen Traditionsunternehmen im Jahr 1894, als es vom Schlossermeister Ludwig Binder in Graz-Eggenberg als kleine Bau- und Kunstschlosserei gegründet wurde. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigte Binder mehr als 40 Mitarbeiter.


In den 20er Jahren spezialisierte sich das Unternehmen auf Eisenkonstruktionen. 1926 übernahm der Schwiegersohn des Gründers,

Dr. Alois Sernetz, die Geschäftsleitung und führte das Unternehmen durch die Wirren der Wirtschaftskrise. Hauptprodukte waren damals Eisenkonstruktionen.


Nach den Jahren der Rezession stellte sich Anfang der 1940er Jahre wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Es entstand ein industrieller Mittelbetrieb, der mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigte und weiterhin im Bau von Eisenkonstruktionen konzentriert war.


Die 1950er Jahre waren für das Unternehmen und seine Entwicklung bis zum heutigen Tag wegweisend. Im Jahr 1954 wurde das "System Binder" für Vibrationssiebmaschinen entwickelt – unter der Leitung des Sohns von Dr. Alois Sernetz, Dipl.-Ing. Dr. Heinz Sernetz. "System Binder" – eine Bezeichnung, die bis heute nichts an Bedeutung verloren hat.


Im Jahr 1960 wurde mit dem Bau der neuen Betriebsstätte in Gleisdorf begonnen. Die bautechnisch interessante Rundhalle, die als Prototyp für zahlreiche baugleiche Hallen fungierte, ist auch heute noch Kernstück des Produktionsstandortes. Bereits ein Jahr später konnten die ersten Werkzeugmaschinen in Betrieb genommen werden. Das Gelände in Graz wurde verkauft.


Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte von Binder+Co wurde im Jahr 1971 gesetzt, als das Unternehmen die ersten Großanlagen konstruierte und fertigte. Gleichzeitig wurde das Unternehmen in die staatseigene voestalpine-Gruppe eingegliedert, um die weltweite Vermarktung der Binder+Co Maschinen sicherzustellen. Schon 1973 überstieg der Exportanteil erstmals in der Firmengeschichte die 50%-Marke.


Zwanzig Jahre lang sollte das Unternehmen als Teil der verstaatlichten Industrie als Anbieter von Maschinen im Bereich der Aufbereitungstechnik von Schüttgut und später auch im Bereich des Recycling erfolgreich sein. 1978 entwickelt Binder+Co ihre ersten Verpackungsanlagen, 1989 die ersten Maschinen für Recycling.


Im Jahr 1991 wurde das Unternehmen reprivatisiert und befand sich in Folge im Mehrheitseigentum der privaten österreichischen Auricon Beteiligungs AG. Nach einem ersten Börsegang im Jahr 1992, einer zwischenzeitlichen Anbindung an die Waagner-Biro Gruppe und einem Delisting im Jahr 1998 besteht die Binder+Co AG seit 1999 wieder als eigenständige Aktiengesellschaft.


Heute ist Binder+Co der weltweite Technologieführer im Bereich Glasrecycling und mit dem Spitzenprodukt BIVITEC® auch Marktführer im Bereich der Absiebung von schwer siebbaren Materialien. Die Kernprodukte werden durch Produkte der Trocknungstechnik und der Hochleistungsverpackungstechnik ergänzt.


Seit 27. Dezember 2006 notiert die Gesellschaft auch wieder an der Wiener Börse. Im Juni 2007 wurde die Binder+Co-Aktie in das neu geschaffene mid market Segment aufgenommen, kurz danach erfolgte die Umlistung in den Geregelten Freiverkehr. Das Unternehmen zeichnet sich durch eine stabile Eigentümerstruktur aus: Gut die Hälfte der Anteile werden von institutionellen Investoren gehalten, der Rest der Aktien befindet sich in Streubesitz.

(Stand: Dezember 2008)

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